Ein Jahr, 12 Monate, 52 Wochen, 365 Tage, 5.256.000 Atemzuege.

In manchen Momenten mehr, in manchen beinah kein einziger.
Unzählige umgeschüttete Tassen und Gläser, getanzte Tänze, verlorene Tränen, geträumte Träume, unbeantwortete Fragen.
Nirgendwo hingewollt aber irgendwo angekommen.
Dazwischen Du, Er, Sie, diese Party, jene Party.
Abschied, Willkommen sein, Vergiß mein nicht, Auf Wiedersehen.
Trugschlüße entschlüßelt und Wahrheiten verworfen, Monde gezählt, Sterne verglichen, Weinflaschen geleert, alte Schätze hinterm Sofa gefunden, den Glauben an Dich wieder verworfen. Sich im Nähen versucht, hunderte Male umgestellt, Pfannkuchen versaut und dem falschen vertraut. Eigene Stile erfunden, das Gesicht im Spiegel nicht wiedererkannt.
Schlechten und guten Sex gehabt, weit geflogen, tief gefallen, aufgestanden, weitergelaufen. Stehengeblieben und Festgesessen, auf fremden Planeten, in alten Welten, zwischen den immer gleichen Mauern.

Ich hab den Techno verflucht und mich tausend Mal verliebt, im Kreise gedreht, mich nie wirklich gefühlt, manchmal doch gefunden, zerknüllt und in den Mülleimer geworfen. Mehr Filme vergessen als man sehen kann und Bücher nie zu Ende gelesen. Den Stolz über alles siegen lassen, komische Möbel im Freien gebaut und im Regen alle Zweifel dahinfließen sehen. Sie wieder aufgesammelt und auf den Sonnenschein gewartet. Verbrannt und verbannt worden, immer irgendwie gefangen gewesen und doch vogelfrei wie niemals zuvor. Unter deinen Blicken hab ich mich wunderschön gefühlt und ohne Dich bin ich unfassbar stark gewesen. Ich habe von Paris geträumt und dieses Jahr keine fremden Städte gesehen. Viele Fettnäpfchen durchwandert und trotzdem immer aufrecht gegangen. Philipp Poisel für die nächsten Jahre tot gehört und alle Liedtexte der Helden auswendig gelernt. Ich hab Menschen hinter mir gelassen, die mir alles bedeutet haben, ich habe mich selbst kennengelernt. Ungeschminkt, mit allen Fehlern lieben gelernt. 2011 war gestern.