Du bist irgendwie aus der Mode gekommen. Out. Mit deinem weiblichen Gang und dem halben Blick. Deinen Mädchen und der Flucht. Deinem Unstil an Klamotten und deinen Fetzen von Gedanken.
Ich werde deine Nummer einfach so oft wieder löschen, bis ich sie ein letztes Mal gelöscht habe. Deine Fotos so oft ansehen, bis ich jede Einzelheit deines Gesichts vergessen habe.

Als alles in purer Logik aufging.

Man sagt, alles im Leben hätte seinen Sinn. Seit heute glaube ich ganz fest daran.

Ihre Worte vor ein paar Wochen bei einer riesen Pizza, unsere gemeinsame Schulzeit vor über einem Jahrzehnt, der schöne Mann an meiner Tür, der Traum die Nacht zuvor, in dem ich den perfekten Käsekuchen gebacken habe.
Die alte Häkelnadel im Schuhkarton unterm Farbmalkasten, meine neue Handynummer, an gerade mal 10 Leute weitergegeben, der Kitschladen vom vorletzten Winter und die tolle undichte Metallteekanne daraus.
Der Babybauch, der von innen auf sich aufmerksam macht, mein Herz das schlägt wie nie zuvor, deine Abwesenheit im Unglanze der Dinge, mein neues Ich.

Ich rufe mir zu: 'Das bin jetzt Ich, das wollte ich immer sein, das bin ich immer gewesen!' Ich bin irgendwo angekommen, für eine Zeit, in einer pinken Decke mit Ärmeln, ohne kunterbunte Nächte, mit langen Tagen voll mit Neuem. Endlich.