Wer bist du?


Seit heute sind deine Kaffeebohnen alle, das letzte Stückchen Du aus meinen schrägen Wänden verbraucht, verbraucht wie meine Liebe und dein Geist. Hier schwebt er nicht mehr umher, nächtlich dreht er seine Runden nur noch manchmal. Dein Geruch begleitet mich nur noch an graueren Tagen die Straßen entlang, abschütteln geht noch nicht, abschütteln mag ich noch nicht. Lieber drehe ich mich Schritt für Schritt um: stehst du hinter mir? Nie.
In kalten Nächten schreibe ich Dir Briefe, seitenlang, vorwurfsreich, traurig, dich nie erreichend. Das Papier ist geduldig, zieht meinen Schmerz und behält ihn. Ein x-ter Text, gerichtet an Dich, um zu vergessen, zu erzählen, zu verstehen, zu beweinen. Keiner hat es weit gebracht.
Die Bitternis lässt mich verzerrt auflachen und dein Bild verblassen. Es wirkt nur lächerlicher und verzogener, nichts scheinen wir noch zu teilen, nichts.
Überzogen selbstherrlich urteile ich über Dich wie du überzogen selbstherrlich in immer tiefere Tiefen tanzt, ungeachtet der Realität. 
Beschreie dein Unglück und deine Blindheit, stumm und immer wiederholend finde ich Dich nicht mehr, kann Dich nicht mehr greifen, kann dich nicht mehr anblicken, kann nur versuchen Dich zu vergessen. 

[Du stehst und wartest immer noch auf Rückenwind
Und weißt schon längst nicht mehr, wo all die Zeit verrinnt
Wen suchst du, suchst du irgendwen?
Ist das, was kommen soll, denn schon abzusehn?]