Burning down the morning, Trommelwirbel bitte!


Handlungsstränge ziehen sich wie Spuckefäden, dünngrau, fettigbunt, triefendlaut. 

Abgestimmte Gleichheit, unveränderliches Individuum, ein Beat der haut.

Kaffeetassen halbvoll mit Tagesplanung, Koffeeinberauschter Sonnenaufgang, Unbekannt erkannt.

Zuckersüß im Quiz festhängen oder raven mit Rockern? Industrie haftet in allen Ecken, übermannt.

Großstadtoptisches Kopfkino mit geistigem Bleiben im Vorgestern. Heute leben, morgen aber tanzen wir.

Charaktereigenes zwischen Spülbecken und grünem Glück hält manchmal inne, im Hier.

Übergelaufene Melodien holen Zeit und Raum ins Jetzt zurück. Mir schwant: Ich weiß gerade wer ich bin.

Wie Nutella unter Puderzuckerwolken nicht gut schmecken kann,  tun wir nur wie Übriggeblieben. Mit Sinn.

 „Burning down the night“, die Postkarte hat sich also bewährt, dafür hab ich sie wohl im Fegefeuer studiert.

An solchen Tagen sind leere Schachteln volle und volle  das Beste was uns passieren kann. Ist somit für die 
Ewigkeit notiert. 

Für und mit: Herrn D und Herrn M.

Ich verramsche kostbare Besitztümer aus dem Elfenbeinturm. Morgen in der Wochenzeitung, hinterer Teil, Rubrik Suche und Tausche.


Ich tausche:

Meine Wintermützensammlung, alle gelösten Rätselhefte, meine überstrichene Wandfarbe, verschieden große Tupperdosen ohne Deckel, das alte Wachs am Kerzenständer, meine Reclams, die vollgeschriebenen Ringblöcke, alles Erlebte unter diesem Dach, die gesprochenen Worte von heute, die Blicke der Männer, meinen Standbyknopf am Fernseher, ein paar übrige Kissenbezüge, eine kaputte Festplatte halbes Leben, viele einzelne Socken Größe 35/38, meine Schulden, ein gemaltes Stillleben eines Verflossenen, Energiesparlampen die nicht mehr glühen, alle Fotos auf denen ihr mich erkannt habt, diese Versuchung der man nicht nachgeben darf, den Staub auf den Regalbrettern, eine kaputte Plattenspielernadel, Garn in den verschiedensten Farben, die Schuld die überall heruntertrieft, die Lampenanschlüsse für die es keine Schalter gibt, der Putz der in die Ritzen gekrochen ist und die Kälte die durch die gekippten Fenster kommt, eine Polaroidkamera ohne Film und Geschichte, abgebrannte Teelichter, die allgegenwärtigen Lügen die man sich schon längst hätte beichten sollen, deine Abwesenheit, das vereiste Eisfach, leere Tabaktüten und Anheftungen auf dem Spiegel, der dauerbesoffene Nachbar und die unzähligen Schuhe vor meiner Türe, das Weihnachtsgeschenk für die letzte Person der man noch geglaubt hatte und das nun verstaubt, die Schizophrenie in den Küchenfliesen, alle Discokugeln die ihr zählen könnt, der Schranz der noch von früher in der eingedrückten Membran klebt, jeden einzelnen Besuch von Jedem, alle NEON-Zeitschriften der letzten 2,5 Jahre, die Lieder die ich schon lange nicht mehr höre aber die immer noch wiederhallen, die gebrochenen Herzen und verlorenen Kämpfe hier, und die Tränen der Jahre sowieso!, die Taktlosigkeit und den Hass, alle Pläne die ich hier noch hatte und ihre Vergangenheit, Knie die im Bad vor Unsicherheit gezittert haben und die Beulen wegen der Dachschrägen, verrauchten Rauch von Räucherstäbchen, fremde Gesichter aus den Spiegeln, ach, ich gebe alles her, dass ich nicht im Moment an mir trage.



Ich suche:

Meine Freiheit, die ich fürchte.

















Zu melden beim Widerspruch im Himmelbett, dritte Türe von oben. Chiffre: 1106