Traenen warten nicht bis Schlag 12.

Sie schmecken nach der Gewissheit, dass die Zeit rennt. Und danach, dass man nichts und alles in der Hand hat. Das soviel hinter einem liegt, wie nur vor einem liegen kann. Der Geschmack der Raumzeit, für 12 Monate gewesen zu sein, hier und dort und überall, atmend, stockend, liebend.

Fremdtext.

[Schael dich aus dem Torf
Lass den Regen helfen
Der Dunst der Nebel
Wie der Tau in der Knospe ertrinkt
Waelz dich entlang der Suempfe
Wunder die Wege
Wiege die Krumen
Kratz dich raus
Schicht um Schicht

Ein Jahr, 12 Monate, 52 Wochen, 365 Tage, 5.256.000 Atemzuege.

In manchen Momenten mehr, in manchen beinah kein einziger.
Unzählige umgeschüttete Tassen und Gläser, getanzte Tänze, verlorene Tränen, geträumte Träume, unbeantwortete Fragen.
Nirgendwo hingewollt aber irgendwo angekommen.
Dazwischen Du, Er, Sie, diese Party, jene Party.
Abschied, Willkommen sein, Vergiß mein nicht, Auf Wiedersehen.

Das Versinken im Moment, der einem nichts bietet außer die immer gleichen Lieder in stillstehender Bewegung

Während Jeder um mich das Leben lebt, das er gerade lebt, stehe ich daneben. Versuche das Schöne einzusammeln und das Hässliche auszusperren. Kleine Kleinigkeiten zu finden und zu achten und das Große zu vergessen. Will nichts verpassen und mich nicht verlieren. Wär am Liebsten mittendrin, immer dabei, nie außen vor. Mach innen zu und stell ne große Glaswand zwischen Alles und mich. Man kann durchsehen, aber hindurch kommt man nicht.
Da wünsch ich mich in meine Schreckensträume zurück, in denen ich irgendwer bin, mit Dir an meiner Seite, in großen Städten mit viel Sinnlosem und Einbahnstraßen. Dort passiert soviel und dort habe ich es irgendwie geschafft, mich für Dich zu entscheiden. So als wäre es die einzige Entscheidung, die ich je hätte fällen können, als stände außer Frage Dich für schlecht zu halten. Doch das bist du und du lässt mich nicht entscheiden.
Es gibt viel zu tun doch es bleibt liegen. Neben mir, auf mir, überall. Das zuviel das man wollte wird zu wenig um es zu bekommen. Irgendwann bleibt nur noch die Ahnung, zu wollen, mehr zu wollen, es zu wollen, alles zu wollen. Die Abwesenheit von Aktion, das Drehen auf einer Stelle, das Versinken im Moment, der einem nichts bietet außer die immer gleichen Lieder in stillstehender Bewegung. Wer holt mich ab?




Nur eins noch.

Love me till i'm me again.

Wort für Wort, ein Satz. Love me till i'm me again. Vor Einbruch der Dunkelheit, des selbstbewussten Alleinstehens. Bevor die Emanzipation gewinnt. Ehe der Stolz wieder zu groß wird. Love me. Bring me back to me. Liebe mich. Mit Haut und Haar.
Bis alte Wunden vergessen und neue aufreissen.






Ich muss dir nur eins noch sagen: Man kann mich nicht lieben.
...außer dem Bildschirm der noch leuchtet.

Stadt. Land. Kind.

Der Tag, an dem man jemanden trifft, mit dem man früher Sex hatte oder: Wenn man weiß, man hat mal keinen Fehler begangen

An Orten des großen Versagens kann man ebensogut merken, man fühlt sich hier wohl. Und es wird klar, da war kein Versagen, kein Aufgeben, da war Entscheiden und Richtungweisen, Sackgasse wählen aber wieder umkehren und da war Zukunft. Heute, in den Räumen der Vergangenheit, vollgepackt mit anderer Vergangenheit, aber einfach so, als gehörte es so. Weil doch alles einen Sinn macht, Jahre später, Stunden zuvor, heute. Weil wir doch alle unseren Weg gehen werden, weil wir wissen wer wir sind. Weil wir wissen was wir wollen.

Das, wovor wir Angst hatten, ist das, was uns letzten Endes rettet.
Stadt, Land, Kind. Und einmal Abi zum Mitnehmen.


Du bist irgendwie aus der Mode gekommen. Out. Mit deinem weiblichen Gang und dem halben Blick. Deinen Mädchen und der Flucht. Deinem Unstil an Klamotten und deinen Fetzen von Gedanken.
Ich werde deine Nummer einfach so oft wieder löschen, bis ich sie ein letztes Mal gelöscht habe. Deine Fotos so oft ansehen, bis ich jede Einzelheit deines Gesichts vergessen habe.

Als alles in purer Logik aufging.

Man sagt, alles im Leben hätte seinen Sinn. Seit heute glaube ich ganz fest daran.

Ihre Worte vor ein paar Wochen bei einer riesen Pizza, unsere gemeinsame Schulzeit vor über einem Jahrzehnt, der schöne Mann an meiner Tür, der Traum die Nacht zuvor, in dem ich den perfekten Käsekuchen gebacken habe.
Die alte Häkelnadel im Schuhkarton unterm Farbmalkasten, meine neue Handynummer, an gerade mal 10 Leute weitergegeben, der Kitschladen vom vorletzten Winter und die tolle undichte Metallteekanne daraus.
Der Babybauch, der von innen auf sich aufmerksam macht, mein Herz das schlägt wie nie zuvor, deine Abwesenheit im Unglanze der Dinge, mein neues Ich.

Ich rufe mir zu: 'Das bin jetzt Ich, das wollte ich immer sein, das bin ich immer gewesen!' Ich bin irgendwo angekommen, für eine Zeit, in einer pinken Decke mit Ärmeln, ohne kunterbunte Nächte, mit langen Tagen voll mit Neuem. Endlich.


Ich würde so gern.

Ich würde so gern daran glauben, dass es einfach nur Angst ist, der du dich hingibst.

Vor deinen Gefühlen, vor der unaushaltsamen Nähe, etwas so tiefem, dass man es nicht benennen kann, einer Sehnsucht, die alles verschwimmen lässt und brennt, Sex, der nie vorher so war und der Beste ist, Angst vor diesem wunderschön gefährlichen, das in der nächsten Minute zerbrechen könnte und in dieser Sekunde so unglaublich weh tut weil man an seiner Wirklichkeit zweifelt.



Denn das würde ich verstehen.











Aber du liebst mich einfach nicht.
[Siedend heiß auf der Haut.
Um zu spüren wie es ist.
Frei von allem, nah bei mir.

Kalter Kontrast, dein.

Ein Nichts und Niemand. So groß, bis es schmerzt.
Und gestern und heute und morgen.
Verloren. Gegangen.]

Die Grenzen, die verwischen, das Zuviel, das man will und das Wissen, nichts zu wissen.

Wenigstens bin ich jetzt dümmer als zuvor. Und kann das Tagtäglichdauerschleifealbum zu Recht tagtäglich dauerschleife hören.
Das von der Zuneigung erzählt, die sich nicht die Waage hält und vom Zweifel der sich regt, die Nähe, die man eigentlich nicht aushalten kann und vom Abschied, der immer mitkommt.
Der mit Dir an die Türe klopft, wenn du noch gar nich eingetreten bist.
Zeit, die man bräuchte, ein Herz, das vielleicht nicht stark genug ist, das Verletzen, das bestimmt bald wieder Einzug hält und das Empfinden, das irgendwas empfindet, aber keine Worte finden kann.
Warum sind nur deine Lippen so weich und deine Arme so stark und deine Kuhle am Hals so perfekt für mich, warum kannst du mich nur so halten wie du mich halten kannst und warum will ich nur von Dir aufgefangen und getragen werden. Ohne all dies zu fragen.
Bis morgen wieder das Leben über uns einbricht und uns klar macht, dass es da nichts gibt. Zwischen Dir und mir. Nur selten ein leises Verlieben das nicht gehalten werden möchte. Oder wollen wir es nicht halten? Wüssten wir nur, was der Wille begehrt, könnte ich nur lesen, was meine Gefühle sprechen. Doch wenn du da bist, weiß ich nichts und bin nichts und höre nichts außer Du. Da bist Du und du riechst gut und hast tolle Haare und manchmal auch ne komische Art. Mehr gibt's da einfach nicht und mehr braucht's da einfach nicht.
Vielleicht, weil du Sicherheit bist in deiner Unzuverlässigkeit und Unsicherheit und dem Abschied. Und Stirnbieten. Und Rätselraten. Und vielleicht ist das alles gar nicht echt sondern wäre nur schön, wenn es das wäre.

[Liebe lässt einem die Wahl: schmerzhafte Wahrheit oder süße Lüge.]

Und da steh ich wieder, mitten in der Welt, in einem Haufen Scheiße mit Stoffschuhen an den Füßen, und mein: 'Ich hätt gern irgendwas dazwischen, zum Mitnehmen und für immer.'
Is aus, haben se nich im Angebot, für was anderes entscheiden kann ich mich aber nicht. Außerdem stinkt Scheiße, ich würde gern schweben können, ich wär gern ne Elfe.
Flügel verschenkt man aber nicht einfach so, die muss man sich erlügen und auch das kann ich nicht.
Da steh ich also immer noch mitten in der Welt, einen Fuß in einem Haufen Scheiße und Stoffschuhen an den Füßen und schreie all meine Wut raus, schrei die Tränen weg, immer gegen den Wind, die verschwendete Jugend und geliebten Lieben und gelebten Leben prallen gegen eine Wand aus Zuckerwattebratwurstfrittiertem, stehen dumm da und verpuffen dann endlich.
Ich wollte deine süße Lüge nicht und du meine schmerzhafte Wahrheit nicht, Liebe passt da nicht dazwischen, irgendwie, für immer zum Mitnehmen.
Für eine Nacht, für ein paar, zum Hieressen und gleich wieder auskotzen. Fast Love.
Dabei wollte ich nur in Watte gepackt und liegengelassen werden, für eine Zeit nur. Ich hätte das selbe für Dich getan.
::Jetzt könnte ich dich rauswühlen aus deinem perfekten Chaos das du dir anhäufst, spinnst wie eine Spinne ihr Netz, aus Rausch und Lügen. Klebrig und stabil. Es hängt immer im Raum, schützt Dich vor mir und manchmal auch Dich vor der Welt. Deine Welt, die niemand kennt, weil keiner nach ihr fragt, weil man nur sieht, was du so tust und dann denkt, man weiß wer du bist. Und ich habe diese leise Ahnung, da ist noch mehr, aber ich bin verpuppt, im Cocon meiner Neurosen hänge ich in meinem eigenen Netz.::

Weißt du, ich wünsche Dir, dass du bald mit deinen Hugo-Boss-Stoffschuhen an den Füßen in einen Haufen Scheiße trittst, das kann manchmal gut tun, auch wenn es zum Himmel stinkt.
(Noch für und über keinen anderen Menschen und für kein anderes Gefühl habe ich je mehr Texte geschrieben, es soll Dir eine Ehre sein.)

Neverdays.


Seit heute verwende ich Bastmatten als Tischunterlage und rutschfeste Matten unter meinem Badteppich.
Ein wenig ist es, als würde ich meine Wohnung dingfest machen für Dich. Der du alle Regeln gebrochen hast, weil du sie nicht kanntest. Als ob du irgendwann wieder kommen würdest und als ob ich dann nachsichtig sein würde, um Dir zu zeigen, wie ernst ich es meine. Als ob das etwas nützen würde und als ob du jemals wiederkommen würdest.
Immer öfter begegnest du mir, der Traum gleicht dem Alltag, nie siehst du mich an.
Schießt deine Fotos über mich hinweg, fasst deine Gedanken neben mir her, immer wieder ein Stück für mich zu greifen um es wieder zu zerknülln.
Deine Nummer in meinem Kopf als hätte ich in meinem Leben keine andere gewählt. Ungewählt bis ich sie wieder vergessen kann.
Stolperst du mir heute Nacht wieder über den Weg, ich hinter dir, du immer voraus, unsicher auf deinem Weg, läufst du mir morgen wieder entgegen ohne mich zu erkennen weil ich Dich ignoriere?
Leise stelle ich Fragen, auf die es keine Antwort gibt, leise halte ich Dich fest, ohne das du es bemerkst.


[In was für einer Welt leben wir eigentlich?]


Heute wird die Gegenwart schon Zukunft genannt.
4 Stunden Freizeit am Tag sind viel.
Und sie vor dem Fernseher zu verbringen ist normal.

Angst besiegt Liebe.

Der Krebs ist die neue Angst der Menschheit.

Hungern ist in und Flüchtlingslager sind voll.

Realitätsflucht heißt jetzt romantische Träumerei.

Substanzen sind zum Etablieren da.
Vor Bindung flüchten wir ins Leere.
Einen Charakter haben wir nicht.

[In was für einer Welt leben wir eigentlich?]

Wer bist du?


Seit heute sind deine Kaffeebohnen alle, das letzte Stückchen Du aus meinen schrägen Wänden verbraucht, verbraucht wie meine Liebe und dein Geist. Hier schwebt er nicht mehr umher, nächtlich dreht er seine Runden nur noch manchmal. Dein Geruch begleitet mich nur noch an graueren Tagen die Straßen entlang, abschütteln geht noch nicht, abschütteln mag ich noch nicht. Lieber drehe ich mich Schritt für Schritt um: stehst du hinter mir? Nie.
In kalten Nächten schreibe ich Dir Briefe, seitenlang, vorwurfsreich, traurig, dich nie erreichend. Das Papier ist geduldig, zieht meinen Schmerz und behält ihn. Ein x-ter Text, gerichtet an Dich, um zu vergessen, zu erzählen, zu verstehen, zu beweinen. Keiner hat es weit gebracht.
Die Bitternis lässt mich verzerrt auflachen und dein Bild verblassen. Es wirkt nur lächerlicher und verzogener, nichts scheinen wir noch zu teilen, nichts.
Überzogen selbstherrlich urteile ich über Dich wie du überzogen selbstherrlich in immer tiefere Tiefen tanzt, ungeachtet der Realität. 
Beschreie dein Unglück und deine Blindheit, stumm und immer wiederholend finde ich Dich nicht mehr, kann Dich nicht mehr greifen, kann dich nicht mehr anblicken, kann nur versuchen Dich zu vergessen. 

[Du stehst und wartest immer noch auf Rückenwind
Und weißt schon längst nicht mehr, wo all die Zeit verrinnt
Wen suchst du, suchst du irgendwen?
Ist das, was kommen soll, denn schon abzusehn?]

Breaking the waves.


Mit dem Auslöser deiner Kamera klingelt der erste Wecker diesen Morgen über der Stadt. Schnelles, hohes Fiepen, ansteigend laut. Langsam geht die Nacht schlafen, der Tagesnebel kehrt zurück, Dunst der großen Stadt. Luftverpestend atemlos.
Blasse Gestalten huschen um jede Ecke, treten den Heimweg gen Realität an, ohne zu wissen, ob sie je ankommen. Fröhlicher Frischebrötchenduft weht durch Sandsteingemäuer und vermischt sich mit Billigwaschmittel. Ölig auf der Haut, staubig in den Haaren.
Fortschreitender Kapitalismus durch alle Ritzen, Glück des Geldes, wer keines hat, is(s)t nichts. Die chinesischen Weisheiten und Körperklause gegen den Stress, den es verursacht und die Ratten, die ihm hinterherlaufen wie dem Fänger aus Hameln. Blind und tollwütig.
Als wüssten wir es alle besser stolzieren wir heute wieder, wohin und warum, das wissen wir nicht. Irgendwen suchen oder irgendwas finden. Uns nicht mehr verstehen oder die anderen nicht mehr hören müssen. Allein, kalt und stolz.


The persistence of memory.


You can't get used to this but you can escape. If you want.


Euer Labilitätskarusell dreht sich und mein Verständnisticket lässt mich noch eine Runde mit Euch drehen.
Auch wenn ich mich fast übergebe halte ich fest an den Ketten aus Versprechen und Hoffnung, höre mir die Melodie der Schwüre zum tausendsten Male an und kann sie schon mitsummen, habe sie selbst mitgeschrieben und werde doch müde, wieder und wieder hinhören zu müssen.
Meine Eintrittskarte zum Rummel Eurer Sucht hat an Farbe verloren, millionen Mal geknickt, abgestempelt, weggeschmissen und wieder aus dem Müll gefischt.
Die Vorstellung wird keine Neue, selten wechseln die Schausteller, viele bleiben heute in ihren Wohnwagen hinter der Bühne gefangen, sperren ab und schmeißen den Schlüßel weg. Oder trauen sich noch einmal vor Publikum, ernten keinen Aplauss mehr, aber geben nicht auf ihre Show fortzusetzen und auf Einnahmen zu hoffen.
Einnahmen aus Nähe und Kredit aus Zeit. Gelockt mit neuen Plakaten von Programmänderung und Layout, von Ablauf und Bühnenbild.
Der Jahrmarkt bleibt, er zieht nicht weiter, er bleibt an Ort und Stelle und dreht alles ein, lässt nichts frei, das keinen Willen bestizt und lockt immer wieder Zuschauer heran.
Und lässt mich fühlen, ich wäre im Kreisel der Lügen und Dämonen gefangen, wie ihr im Antrieb und Auftritt des Eitelkeitenegoismus, der Euch weiter in der Suppe aus ausgeleierter Musik und Schwachheiten tanzen lässt.

„And although he's nothing in the scheme of my years
It just serves to bludgeon my futile tears
And I'm not used to this, no, no, I observe, yeah I don't chase
But now I'm stuck with consequences thrust in my face, yeah

And the melodramas of my day delivery blows
That surpass your rejection, it just goes to show
A simple attraction that reflects right back to me
So I'm not as into you as I appear to be, yeah.“ Amy Winehouse – You sent me flying


It is time to lay down and don't do anything except breathing.

Gefährliche Irrationalität prügelt auf mich ein. Ungekannte Muster fesseln mich an mich. Nichtfühlen macht alles Fühlen schlimm. Ich ersticke, ich ertrinke, ich vergesse fort zu laufen, ich werde missachtet, ich gehe ein. Ganz langsam, damit jeder zusehen kann. Mein Verschwinden als große Lebensleinwandpräsentation. Das Drehbuch wird gekürzt und einmal auf den Kopf gestellt. Und wir dachten so oft schon, wir hätten es hinter uns. Das Umkehren, nicht mehr wissen wo, verlaufende Schriften, falsch markierte Stellen, zerbrochenes Porzellan. Bitte, Danke, es ist wieder hier. Alte Katrastrophen potenziert. Hoch n.
Lay down. Breath in. Lay down.  
[...but here i stand in front of your door, all dressed in the colours of your soul. Waiting for the rain.] 

Erinnerungen in Kisten.

Bierdeckel von versoffenen Partys, Flyer von durchgemachten Wochenenden, Fotos und Fotoschnipsel, leere Bilderrahmen.
Glückspfennige und -cents, beschriebene Postkarten, nie abgeschickte Briefe.  
Eintrittskarten und Zeitungsausschnitte, Todesanzeigen und ein Ultraschallbild.
'Little Princess und little Prince lives here'-Türschilder, alte Gitarrenseiten und Pleks, Krankenhausmundschutz und Zuckerpäckchen aus der Psychiatrie.
Tagebücher mit weißen Seiten, Tagebücher mit 2 verschiedenen Gesichtern.
Gedichte und Texte, Abschied und Liebesgeständnis.  
Familienportraits neben Freundschaftsschwüren, die große Liebe und der größte Schmerz.
Hustendropmetallboxen und kleine gefaltete Briefchen ohne Inhalt.
Gebetsfahnen mit unleserlichen Wünschen, Zeichnungen mit unerkennbarem Ausdruck.

All die Jahre, Gerüche, Lieben, Kämpfe, Minusleben, Plusmenschen. Auf ein paar Kisten verpackt, die man immer wieder aufmachen und überall mithinnehmen kann.



Dreitagebart und anderes Erwachsenes.

Ich gebe deine Sätze wieder, genau so, wie du sie normalerweise gesagt hättest. Aber nicht gesagt hast, weil du dich natürlich besonders gewählt ausdrücken wolltest. Als ob Argumente dann mehr zählen würden. Und dann sagst du, dass es Dich traurig macht mich so zu sehen.

Und lauter Dinge, die mir irgendwie weh tun, weil ich weiß, du sprichst eigentlich von Dir.

Und lauter Dinge, die ich doch irgendwie süß finde und auch deine hilflose Art und ich kann nicht anders als mir denken, wie gut du sein könntest.
Vielleicht, wie gut wir sein könnten und dass der Dreitagebart für mich ist und das Versprechen mit Matthias gilt und alles einfach gut wird.
Aber ich weiß, es wird nicht einfach alles gut, ich weiß es wird nicht einfach irgendwie. Ich weiß ich muss kämpfen und denken um Dich, um mich, um drei Leben. Aber ich weiß das ist es Wert, ich weiß das ist genauso bunt, ich weiß das ist genauso und das reinste Glück.

Und ich hoffe auf Dich.

Frühe Spätausgabe und die ewige Frage.


Ich höre die Nachrichtensprecherin aus dem Wohnzimmer zur Spätausgabe begrüßen. Und denke bei mir, dass es wohl eher eine Frühe ist. Und dann höre ich, dass Deutschland nun endgültig aus der Atomkraft aussteigt und danach irgendwas mit Erreger und Gurken. Oder eben Nichtgurken. Täglichunwichtiges Pseudowichtiges.
Daneben und ein bisschen deswegen fühle ich mich mies und krank und muss erstmal eine Rauchen. Und dann husten. Und dann an Dich denken.
Du hast mich angesteckt. Aber das war es sicher Wert.
Und heute, da habe ich einen kennengelernt, der ist schon beim Baader damals mitgefahren, zufällig, als Tramper. Meine Augen mussten geleuchtet haben als ich so auf dem Korbsessel auf Industriegelände saß und wohl als Einzige meinte „Echt?! Is ja sau cool!“
Irgendwie hab ich klar nur auf Dich gewartet. Aber du kamst klar irgendwie nicht.
[Morgen, und morgen, und dann wieder morgen,
Kriecht so mit kleinem Schritt von Tag zu Tag.]
„Wad soll der Mist? Immer die gleiche leere Leier. Entscheidung, Haltung, ins Leben, los jetzt Mädchen!“

The fucking Fuck.

Handys klingeln nicht wenn sie aus sind, Herzen schlagen nicht, wenn man sie nicht mehr fühlt, Köpfe denken nicht mehr, wenn man sie verabschiedet hat.
Soviel wollte ich immer für soviele sein, für Jeden von Euch, für Alle, für mich.
Und am Ende war ich doch nur das Schlechte, alle Dämonen, die man heraufbeschworen hat, genau die Gefühle, die man nie hier haben wollte.
Eben genau Ihr.
Ich danke mir nicht, denn ich hasse mich dafür. Für all die Schlechtigkeit und meine Dämonen und mein Fühlen, das eh zu nichts führt, ins Nichts, ins Niemandsland.
Ich bin die Fee, die alle sein wollen, ohne Flügel, ohne Zeit, ohne Herz und ohne Kopf.

We are.

Bald ziehe ich um und dann an die meistbefahrene Hauptstraße der größten Stadt. Bald ziehe ich um und dann in das kleinste Dorf mit den wenigsten Einwohnern.
Nächste Woche gehe ich tanzen, in den teuersten Club dieser Stadt, im kürzesten Rock. Nächste Woche gehe ich tanzen, im Regen, mit meinen buntesten Gummistiefeln und meinem Gänseblümchenschirm.
Du fehlst mir ganz furchtbar und sobald ich Dich sehe, missachte ich Dich und wünschte, du wärest fort.
Ab morgen mache ich Diät und kaufe mir einen Lebensvorrat an Schokolade und Kartoffelchips.
Ich lasse mir meine Haare bodenlang wachsen und schneide sie mir rappelkurz.
Rauchen ist ungesund und mein Tabakbeutel randvoll.
Hundemüde bin ich hellwach.
Ich bin.
Wenn wir wollen, können wir alles sein. Wir sind.


363/365 by jessieroth
363/365, a photo by jessieroth on Flickr.

How long is now?

Ich mag das alles, ich hab das alles im Kopf. Und später werd ich das alles wieder sehen. Ich glaub mein Herz wird ganz schön laut schlagen, aber ich glaube all das, was ich mag, ist in Wirklichkeit viel grauer und nur im Nichthaben schön bunt und aufregend. Aber weißt Du, Du riechst so gut und hier riecht es sogar noch manchmal nach Dir, zumindest rieche ich Dich.
Und irgendwie kommt mir das Alles ziemlich bemitleidenswert vor und irgendwie total trivial und auch scheißegal. Aber irgendwie, manchmal, das ist es bunt und zieht ein bisschen und ich sehe Dich und würde dich gerne sehen. Dann merke ich, dass ich da wieder was mitgenommen hab, das ich erst wieder ganz ehrlich und gerne einen Teil von mir hergeben musste um im Hier wieder neu anfangen zu können und mich gut dabei zu fühlen. Etwas Altes, dass ein bisschen weh tut hat gefehlt, um wieder ein bisschen Glück im Hier zu haben. Und das Herzklopfen, das find ich gar nich so schlimm, und dich und das Alles auch nicht, es war so, es wird so bleiben, wir haben's verkackt aber sind froh darüber, ein wenig zumindest.
Vielleicht im nächsten Leben.

Ach nein, das ist schon besetzt. Außerdem hast du keine Zahnbürste hier vergessen, und das ist ein schlechtes Zeichen für die Zukunft, hab ich gelernt.

Now's the time my now begins.

Schlachtfeld Wohnzimmer. Schlachtfeld Ich.

 
Kuchenkrümmel, Tabak, Asche, Weinkleckse in Gläsern, muffige Socken.
Könnten sie reden würde ich sie bitten. Mir von gestern Nacht erzählen lassen. Durch den Kopfschmerz höre ich ganz leise pochen. Die Erinnerung an die Tage kommt wieder. Verschwommen bist du, verschwommen bin ich. Schlachtfeld Sex. Schlachtfeld Verliebtsein. Schlachtfeld mein Bauchgefühl. Zum Glück ist es draußen grau und zum Glück ist der Kopfschmerz groß und zum Glück interessiert es niemanden, wie es bei mir aussieht.
Vielleicht kann ich jetzt wieder anfangen nach mir zu suchen, vielleicht liegt unter all dem Müll und der Unordnung ein Stück von mir begraben, vielleicht.
Ich räume auf. Unter einem Berg Vergessen liegst du nackt in meinem Bett. Ich sage gar nichts und du küsst mich zum Abschied. Ob du dich melden sollst.
Ich will große Reden schwingen vom verliebdichnichtinmich und vom kleinen Schmerz in mir der anklopft. Aber du bist mir schon verfallen.
Und ich muss mich fragen: Bist du heute nur mit einem Strumpf an beiden Füßen aus dem Haus gegangen?

Stadtkind, wo bist du?

In Berlin ist in Stuttgart ist in Frankfurt sind Nächte eben auch nur Nächte. Und Einsame sind einsam. Dort wirst Du Du sein wie du es hier warst, im Zweifel wird der Zweifel größer, wird alles zurückgelassen geglaubte noch gegenwärtiger, steht dann nur ein paar Millischritte vor deinem Gesicht, es brüllt Dich an. „Warum hast du mich mitgenommen? Konntest du Dich nicht zurücklassen?“
Deine Kraftreserven waren doch beim Startpfiff längst verbraucht, Ernst nahmst du dich selbst nicht mehr und die Räusche waren am Limit von Graubunt.
Wenn man eine Discokugel drüber hängt, wird's dann schöner?
Und wenn man's anders nennt, wird's dann auch anders?
Haben wir nicht alle schon versucht zu flüchten, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen, Postkarten von Freunden bekommen die einen vermissen, woanders lieben lernen wollen?
Ich bin hier und ich bin jetzt und ich liebe und ich lebe und ich tanze und ich teile Vergangenheiten und ich ficke und ich schreibe und verfluche und suche.
„Es ist egal wo man ist, es kommt darauf an, wie man ist.“

Die Freiheit als Freiheit.


Mein geschriebenes Wort als dein gezeigtes Gefühl als ihr gemaltes Bild als mein Leben. Niemanden möchte ich sehen und niemand möchte ich sein, nicht hier und für die Ewigkeit. Vergänglich möchte ich sein, in den Lügen der Zeit möchte ich aufgehen, mich auflösen, hinter Allem liegen. If I stayed over, ich hätte alle Schätze auf einmal ausgekostet, wäre Baden gegangen, hätte nichts dem Schluß gelassen. Du bist meine Hölle, du bist meine Rettung, du bist mein Drahtseil auf dem ich blanciere, ohne oben und unten zu unterscheiden. Doppelter Boden bricht unter schweren Schritten, ein feines Netz besteht unter Flügelschlägen. Wir würden alles sein, wenn wir es könnten, wir könnten alles sein, wenn wir es wollten. Aber.... wüsste ich doch nur, worauf man wartet, zusammengepfercht in Eure Leben, dein Zauber in mir eingeschlossen, im Dunkeln tappend und im Schein der Sonne wankelnd. Erlöse mich selbst nicht, drehe den Kreisel ewig fort, schwindelerregend halte ich nicht mehr mit, halte mich nicht mehr fern, halte dich nicht mehr hier, fest, für immer.
Euch und Wir und Dich und Ich und Du und Sie und Alle. Drehen wir Pirouetten bis einer aussteigt, bis es uns überdrüssig wird, bis keiner mehr steht.

  1. Man entferne die letzte Ziffer und
  2. Verdopple sie und
  3. Subtrahiere sie von den restlichen Ziffern.
  4. Ist die Differenz negativ und umfasst mehr als zwei Ziffern so lässt man das Minuszeichen weg und
  5. Wiederholt die Schritte 1 bis 3, bis man ein einfaches Vielfaches der Zahl 7 oder eine 0 erhält.]  

Breaking the News. "Wann lerne ich dass mich ein Gesicht nicht beeindrucken kann? Wann? Wann? Nie! Wann?"

Und diese scheiß gedrehten Kippen, ohne Filter! Und nein, die soll noch nicht aufgeraucht sein... Tabakkrümmel anybody?

Boah setz ich mich ernsthaft mit Sonnenbrille vorn Fernseher? Gibt’s da nicht n DeiMuddaWitz?
Es soll dunkel sein, dunkel wie in mir auch draußen auch immer auch hier.
Schätzelein, es ist gerade erst hell geworden.
Fucking fuck, Donnerstag war oder? Nee Freitag. Wie jetzt? Ja Scheiße. Aber ich warte ja nur und wache Morgen nicht auf ,weil ich nicht geschlafen habe, mehr ist das nicht, also ist es auch echt einfach Titte, welchen Wochentag wir haben.
Mein Kaffeevollautomat heißt übrigens Tittenherbert. Aber das is geklaut.

Bedrohlich aber zu sonst kurz steht die Chatliste rechts im Browser, Namen die dir nichts sagen, weil du den Klang noch nie hörtest, irgendwie doch unsichtbare Augen, die dir folgen, Bilder die neu sind, also keine Ahnung, wer is´n das nun, wann hab ich den denn angenommen? Ach, hier, klar.. Pinnwandsperre.

Natürlich, ich wusste schon vor 3 Wochen dass da jetzt einiges fehlt, jaha, i knew! Aber ich hab´s beiseite gelegt und nicht mehr dran gedacht, keinen Kopf gehabt, hätt ich drüber nachgedacht, hätts wehgetan. Dafür ärger ich mich jetzt eben zu dem Schmerz noch über mich. Weil wie immer, liegenlassen, aufschieben, hat ja 3 Wochen geklappt!

Man merkt, dass das alles nichts ist, nein man weiß es, vielleicht wusste ich´s von Anfang an. Gebe ich dir nun doch die Macht, ein bisschen zu deiner Genugtuung, die dein innerer Kampf noch braucht?

Ich werde vulgär, jetzt, wo es gerade erst hellgeworden ist, irgendwas zwischen Mittwoch und Samstag. (Die Zeiten ändern dich?) Endlich bin ich weit genug weg von mir in diesen Tagen, auch im Spiegel, eher unbekannt.
Kann nicht mehr streiten und mag nicht mehr entscheiden und zum paranoid werden ist´s noch zu früh oder auch zu spät, also überlass ich alles einer reinen Schizophrenie.
Du kannst nur ab und an einen Satz sagen. Der wirkt dann bedeutungsschwanger und raubt mir kurz den Atem, was ich mag.
Da merk ich, ich weiß noch was Gefühle sind und hab vor deinen gerade nen heiden Respekt.

„Ich lass Menschen vorbeiziehn,
wink ihnen hinterher,
verlang nach ihrem Bann.
Komm dreh dich um und schau zurueck
und komm zurueck und sprich mich an,
frag mich ob du mich retten kannst,
fordere mich auf zum Tanz“ Hans Unstern - Paris

Drei Welten in meiner. Und doch nur eine subjektive Wahrnehmung der Gegenwart.

[Hat sich betrunken an jedem Moment, die Sekunden saugten aus. Stunden wurden sie und dickflüssig floßen sie. Wurden Tage, Wochen, Jahrelang.

Sirupähnlich hin zu Zerkautemkaugummigrau gerissen und verschlissen. Ins Haar geklebt.

Das Reinlassen ausschalten, das Rauslassen loslassen.

Stroboblitze, Sekundentakt. Unisono mit deinem Scheiß.

Dann Schwarze Schafe mit Charlie Sheen und der Bar 45 in Berlin.

Spannendes Drahtseil, blutende Striemen in Fußsohlen, Wahn oder Schmerz.

Giftpfeile in leere Gedankenblasen schießen, Blicke töten.

Universellen Weltschmerz auskotzen. Fremden ins Gesicht, die deine Sprache nicht sprechen. Den Bass immernoch hören.]

Da stehst du auf.(Erster Akt; Sie betritt die Bühne) Kaffee, Rührei, Haare nicht geföhnt. Wohlwonnewolkenbausch.

Zwischenspiel.

Alle Glieder zittern. Erschöpfung, Erregung. Andersinmirgefühl. Für bald.

5ter Tag, Name egal. Im Oktember im Heutegesternmorgen.

Scheiße labern is schwerer als ausschweifend philosophieren.

"Schon wieder soviel in meinem Kopf, alles. Aber nichts." Genau das. Dein Köpfchen kennt das auch.

Heimlich und immer ehrlich sollte es im Wortkauderwelsch um wen ganz anderes gehen, um ein paar Stopps in diesem tropfenden, blinkenden Zeitfenster. Stroboblitze eben. Anfangs rosa Licht, dann Dunkelheit, nun Strobo. Und heiße Lampen, zu nah ran gestellt. Begierde nämlich und Feuer und Unfug und Fehler und deine Größe, ja deine Größe, das mikrige Versagen und die Fragen.

Und dann doch nur Weichspülergeruch und Augen, schief, werden die Wochen 'n bisschen stumpfer. Und ich trage seit Neuestem Ringe unter meinen.

Die Abgefucktheit passt da rein. Das Fuck muss da rein. Und das Spiel is 'n Spiel. Ohne Regeln, beide sind wir Würfel. Du n gezinkter. Zauberwürfel, wandelbar, ohne Halt.


Fuck. Fuck. Sich Erinnerungen nicht mehr sicher sein, die gestern erst waren. Gestern, das ist ungefähr von Gummistiefeltag bis heute. Nur wann der war.

Und ja, das waren auch früher die besten Zeiten, ein Knäul aus Freiheit, Sex, Liebe, Silvester, was noch alles war in Phasen wie diesen. Ohne Zeit, ohne Plan, mittenmang. Dadurch erwachsen geworden. Im Heute das keinen Kalendereintrag trägt ähnliches Knäul und ein inneres Verlangen aufzuhalten und gleichzeitig weiterzumachen. Rekonstruktion. Gleich null. Fuck.

Warst du das? Also du warst das, aber wer bist du jetzt? Seit gestern. Und wer bin ich, wann.


Septum. Luftschlößer. Eine Zeile in meinem Umschwungtext. Proberaumhandychatsession mit kristallklaren Gefühlen und deinem Eindruck. Du, damals, Bube, Wasser, Bier, Wasserstoffblondsüß, komisch. Jetzt mein schlimmster Feind und größtes Geheimnis, Hatefuckgedanke und ein Niemand. War mein langsames Schleichen in deinen Gedanken und dann Platzen in deinen Kopf für dich so schwer? Oder nur 22 und Techno? Trotz.teeny.man.kommt.dreist.auf.ihrem.gesicht. Hab sie sofort erkannt. Erkannt dass du nichts kennst. Nur ihr Gesicht, und das hat alles schon auf der Strin stehen.


Wie konnte ich hoffen, denken, rosarotsein, wie einfach annehmen, du könntest mich tragen. Und wie mich kurz erblühen lassen durch deine Phrasen. Wenn du deine Räusche und auch dein Herz nicht mal selbst (er)trägst. Das macht an.

Here´s the point. The first, the last. An dem ich irgendwann angefangen habe auf dich zu warten.
.

Erkenntnisvermögen.

Für dich ist Straßenbahnfahren wie Zoo mit Rumfahren. Dein Kühlschrank eine Zuchtstation für Kleingetier und Geruchsexperimente. Der Rest der Küche Schlachtfeld. Dein Smartphone dein persönlichstes Persönliches und ein Paar Socken finden ist bei Dir wie Puzzel mit ganz vielen Teilen, eins fehlt mindestens immer. Oh, und ein Frauenschwarm bist Du, mit ganz viel Charme. Der hat mich nicht gepackt, dem erlieg ich nicht. Aber Dir.
Ich bin ab sofort Vernunftpart, man höre und staune, und deine Freunde werden mich hassen. Meine zicken auch schon, selten hab ich Zeit für wen, du riechst nämlich so gut.
Ich hatte irgendwann Mal den Mut, alles loszulassen, mich loszulassen und auch das Leben mal Leben sein zu lassen. Alle warteten wir auf den großen Aufprall, zwischen meinem Trugschlußbild und der Echtheit der Zeit. Heute erst war ich dankbar für diesen Leichtsinn.
Da kam der, der aussieht wie ein deutscher Schauspieler. Hätte ja nur Schauspielerei werden können. Oder dummes Rumficken. Fast wäre es der Aufprall gewesen, die Abzweigung, nach der es den Bach runter geht, das Sofa, auf dem ich bleibe, ohne darauf zu sitzen.

Aber dann war es Normalnull, Ursprungsgerade, x = y, Intellekt gegen Kreativität.

Ich mag Dich sehr.

[Intellekt (zu lat. intellectus: Innewerden, Wahrnehmung, Erkenntnis) bezeichnet die Fähigkeit, unter Einsatz des Denkens Erkenntnisse und Einsichten zu erlangen; Denk-, Erkenntnisvermögen. Der Begriff steht in engem Bezug zu dem der Vernunft und des Verstandes.]

Ein Fuck.you.Ende oder: Wie ich die Fairness des Universums in Gang setze.

Ich verschicke alle Lügen, Grauzonen, Falschheiten, Doppelmoralen, überzogenen Selbstbilder, verbreitete Gerücht und nie gesagten Danke schick verpackt per Eilsendung, mit einem Zettel dran:
„Irgendwann kommt alles im Leben zurück!“
Im Zweifel adressiert an Alle.

„Ich will das nicht mehr,
Ich wollte da immer drüber stehn.
Jetzt steh ich mitten drin.
Na sowas.

Und ich dreh mich im Kreis und sing:
Über das ewige Licht,
Die Blitze ins Nichts
Und die ewige Frage: Wie soll's jetzt weiter gehen?
Das weiß ich doch auch nicht“

Den Weg muss man irgendwann bis zum Ende gehen. Und zwar allein.



OhneTitel

Wie ergeht es dir und deinem Leben da draußen, an diesem anderen Fleckchen Stadt?
Du hälst dein Gesicht hoffentlich weiterhin dem rauhen Alltagswind entgegen und genießt dabei die besonderen Gezeiten, irgendwer muss schließlich ein gutes Lebensbild abgeben und auf dem Weg sein, zu schaffen, was denn geschafft werden muss.
Sage übrigens Bescheid wenn du herausgefunden hast, wie man was herausfindet.

Ich wundere mich in der letzten Zeit, in der ein halbes Jahr auf ein paar Tage gequetscht wird und ich den Überlick in Zeitangaben verliere, über Erinnerungen, derer ich seit Erleben nicht mehr erinnert habe. Geformt aus langverlebten Bildern, druckfrisch aber doch Lichtjahre alt. Aus dem Nichts tauchen Geschichten, Worte, Lieder, Gesichter wieder auf, ich stoße auf fast vergessene Dinge.
Davon lebt man doch schließlich und letzendlich? Vom Erinnern, wie Atmen für's Gefühl, damit man weiß, wer man ist und war und sein wird.
In solchen Momenten wie 2011, in denen so viel hängenbleiben könnte. Aber nicht bleiben wird.
Im Zweifel bin Ich die, die hängenbleibt.
Orte und Menschen können schon einen Tag später nicht mehr als Realität und Reihenfolge eingeordnet werden. Da holt sich mein Gefühl den Geist zu Hilfe um nicht Atemnot zu leiden und kramt. Kramt nach noch nicht erinnerten Erinnerungen.
Hallo Vergangeheit, denke ich mir dabei, den Platz den du gerade besetzt bräuchte ich doch, den brauch ich doch für Fünftagesunterwegssein, braucht auch nur die Kapazität von einem Tag, wirklich, mach Platz!
Aber Geist und Gefühl haben einen Pakt geschlossen. Dass sie den Platz besetzen wollen, mit wertvollem. Minuten, Stunden und Sekunden aus Glück und Verrücktheit und Dir. Solange, bis wieder was anklopft, das ebenbürtig ist.
Ich schreie dann. Ich schreie um meinen Verstand, der mir sagt, dass ebenbürtig nicht machbar ist. Bedeutet das, mein Wesen bleibt ein Bruchstück aus einem Jahr?
Bis nach und nach dieses Jahr vergessen wird, die Natur auslöscht und ich am Ende aus nichts Anderem bestehe als aus der wagen Ahnung, als eine Erinnerung existiert zu haben. Wie fühlt sich das wohl an? Ich lasse meine Panik Fotos auf Haken aufhängen, künstlich hergestellte Rückblicke, verzweifelte Versuche den Moment 2008-2011 entstehen zu lassen und in die Zukunft zu tragen, nach einer Möglichkeit hadernd, mein Ich herzustellen und allem Leben einzuhauchen.

Weißt du, das soll sowas heißen wie: „Scheiße, ich verliere die Bezüge zu Realitäten, ich stoppe gerade an Punkten, die ich physisch längst passiert habe, einfach für meinen Kopf, der diese Schönheit von früher braucht, diese eine unsere Schönheit, der all die abgedrehten Dinge, Momente, Nächte und Katastrophen braucht. Diese Art brauche ich zum Leben. Und nun stehe ich da. Ich frage dich. Wie? Wann hast du deine Nischen gefunden, die magischen Momente, wovon zehrst du? Geht ebenbürtig? Geht ebenbürtig für den Moment? Leichter ist es sicher aufzugeben, nicht mehr zu suchen, zu löschen, auf Werkseinstellung zurückzusetzen.

Mein Gedächtnis soll gerade keine 2 Sekunden alt sein. Alles vergessen haben.

Doch noch erinnere ich mich, an alles.

Nun sage mir, wie ergeht es dir?


Burning down the morning, Trommelwirbel bitte!


Handlungsstränge ziehen sich wie Spuckefäden, dünngrau, fettigbunt, triefendlaut. 

Abgestimmte Gleichheit, unveränderliches Individuum, ein Beat der haut.

Kaffeetassen halbvoll mit Tagesplanung, Koffeeinberauschter Sonnenaufgang, Unbekannt erkannt.

Zuckersüß im Quiz festhängen oder raven mit Rockern? Industrie haftet in allen Ecken, übermannt.

Großstadtoptisches Kopfkino mit geistigem Bleiben im Vorgestern. Heute leben, morgen aber tanzen wir.

Charaktereigenes zwischen Spülbecken und grünem Glück hält manchmal inne, im Hier.

Übergelaufene Melodien holen Zeit und Raum ins Jetzt zurück. Mir schwant: Ich weiß gerade wer ich bin.

Wie Nutella unter Puderzuckerwolken nicht gut schmecken kann,  tun wir nur wie Übriggeblieben. Mit Sinn.

 „Burning down the night“, die Postkarte hat sich also bewährt, dafür hab ich sie wohl im Fegefeuer studiert.

An solchen Tagen sind leere Schachteln volle und volle  das Beste was uns passieren kann. Ist somit für die 
Ewigkeit notiert. 

Für und mit: Herrn D und Herrn M.

Ich verramsche kostbare Besitztümer aus dem Elfenbeinturm. Morgen in der Wochenzeitung, hinterer Teil, Rubrik Suche und Tausche.


Ich tausche:

Meine Wintermützensammlung, alle gelösten Rätselhefte, meine überstrichene Wandfarbe, verschieden große Tupperdosen ohne Deckel, das alte Wachs am Kerzenständer, meine Reclams, die vollgeschriebenen Ringblöcke, alles Erlebte unter diesem Dach, die gesprochenen Worte von heute, die Blicke der Männer, meinen Standbyknopf am Fernseher, ein paar übrige Kissenbezüge, eine kaputte Festplatte halbes Leben, viele einzelne Socken Größe 35/38, meine Schulden, ein gemaltes Stillleben eines Verflossenen, Energiesparlampen die nicht mehr glühen, alle Fotos auf denen ihr mich erkannt habt, diese Versuchung der man nicht nachgeben darf, den Staub auf den Regalbrettern, eine kaputte Plattenspielernadel, Garn in den verschiedensten Farben, die Schuld die überall heruntertrieft, die Lampenanschlüsse für die es keine Schalter gibt, der Putz der in die Ritzen gekrochen ist und die Kälte die durch die gekippten Fenster kommt, eine Polaroidkamera ohne Film und Geschichte, abgebrannte Teelichter, die allgegenwärtigen Lügen die man sich schon längst hätte beichten sollen, deine Abwesenheit, das vereiste Eisfach, leere Tabaktüten und Anheftungen auf dem Spiegel, der dauerbesoffene Nachbar und die unzähligen Schuhe vor meiner Türe, das Weihnachtsgeschenk für die letzte Person der man noch geglaubt hatte und das nun verstaubt, die Schizophrenie in den Küchenfliesen, alle Discokugeln die ihr zählen könnt, der Schranz der noch von früher in der eingedrückten Membran klebt, jeden einzelnen Besuch von Jedem, alle NEON-Zeitschriften der letzten 2,5 Jahre, die Lieder die ich schon lange nicht mehr höre aber die immer noch wiederhallen, die gebrochenen Herzen und verlorenen Kämpfe hier, und die Tränen der Jahre sowieso!, die Taktlosigkeit und den Hass, alle Pläne die ich hier noch hatte und ihre Vergangenheit, Knie die im Bad vor Unsicherheit gezittert haben und die Beulen wegen der Dachschrägen, verrauchten Rauch von Räucherstäbchen, fremde Gesichter aus den Spiegeln, ach, ich gebe alles her, dass ich nicht im Moment an mir trage.



Ich suche:

Meine Freiheit, die ich fürchte.

















Zu melden beim Widerspruch im Himmelbett, dritte Türe von oben. Chiffre: 1106

...5, vorbei.

Da las ich diesen Text. Da las ich diesen Text und in dem stand, es gäbe nur 5 Glücksmomente auf ein Leben.
Da schreibe ich diesen Text. Da schreibe ich diesen Text und stelle mir vor, ich läse ihn laut noch in diesem Leben.

Fünf. Fünf auf ein ganzes Leben. Wie kann ich sicher sein, wie ohne ein Ende, ein Endgültig, sicher sein dass es Glücksmoment Nr.1 schon gab oder die Glückspatronen noch alle da sind. Wenn ich schon alle verschossen habe. Wie mancheiner sein Leben suchte und da war es auch schon vorbei, der Tachometer gefälscht, Geschwindigkeitsregel gleich 0.
Woher wissen.

Wenn.
Dann waren die letzten 5 Jahre meine 5 Glücksmomente, wegen der 5.
Dann sollen sie es gewesen sein und ich halte die Zeit hier an und ich bewahre sie und lasse die 5 Jahre endlos werden und bis in alle Zeit. Ziehe sie als Konserve in die Ewigkeit, die keine Zeiten mehr hat. Mein Leben als Glücksmoment, als Museum der Jahre, als Schatzkiste der Erinnerungen, als nichts verpasst zu haben und als nichts weiter wollen. Gekrochen in den kleinen Karton Du und Ich, ohne Raum dort verharrt, ohne Form viereckig.
In Gedanken.
Habe ich zu danken.


…eine nächste Leere verformen, in Pappmaché mit Schleifchenband, und Momente reinpacken. Wieviele?

Sie: "Ein kurzes Statement bitte."


Im bpm.Wald eine ruhige Höhle gefunden, antworten.

Die Sonne hat irgendwann begonnen zu scheinen und adraußen war es ruhig.

In mir war es ganz laut.

-Hab den Blasphemiegott gegeben, nachher noch die Pantomimehure gemacht.
-Das Tankstellenklo hatte kein Klopapier mehr und sie so gar nicht deinen Stil.
-Kirschlikör kann man auch aus der Flasche trinken und er gehört irgendwie doch in mein Bett.
-Am wohl dreckigsten Ort Nürnbergs Geständnisse gemacht und auf Folgen gespannt.
-Des Lügens bezichtigt beim illegalen Autofahren und wofür war nochmal das weiße Bändchen?
-Nicht jeden muss man kennen, manchmal reichen da schon 2 oder ein Sofa Fremder.
-Nie so oft das Wort Bondage gerufen und ein Frettchen als Ballet vorgeführt bekommen.
-Facebook missfällt, bald Auf Wiedersehen nicht mehr.
-Kannste ma uffhörn mich vollzusülzen?! Mein Gequatsche hat wengistens noch seinen eigenen Sinn!

Aus dem Tal der Tanzfeen und Methkobolde gestolpert.
Mit Sternstaub in den Haaren den letzten Schritt tun.

Die Sonne hat irgendwann begonnen zu scheinen und draußen war es ruhig.

In mir war leichtes Kribbeln.

- eine innere Stärke für Entschlüsse gesammelt, ene mene – ach du, du bist sowieso raus...
-Und am Schluß werfen alle Kinder mit Steinen, nur nicht …... irgendwen werden sie schon treffen. ...Hauptsache sie treffen, treffen, treffen, Steine sind keine Boomerangs, ein Glück!

Sie sitzen nicht mehr im Glashaus, sie nehmen langsam die glatten, glasigen Formen an, verschwommen und zerbrechlich. Zum ins Regal stellen und ausversehen runteräumen.

Ein leichtes klirr*, dann ist nichts mehr.





Die Sonne hat irgendwann begonnen zu scheinen und draußen war es ruhig.

In mir Stille. Und ein kleines Nachhallklirren, vom Zerbruch.
Der Bube neben mir dreht sich noch einmal um, dann ist alles wieder glatt, weich, gutriechend und rosa.






Und wichtig ist: Ich trage deine Jogginghose, die genialste Hose der Hosen.

Zwischen Szenerealrealität und Ich.

Wenn alles aus den Rudern läuft.
Die Welt macht eine Rolle rückwärts und hat niemanden vorgewarnt. Die Schwerkraft tut ihr übliches und alles fällt. Alles, das nicht zäh wie Kaugummi aneinanderklebt oder hart wie aus Beton ist, nimmt leichten Abschied und scheitert schön. Verglüht ohne Schweif wie nie.dagewesen. Merken und vergessen. Sich das merken, was man vergessen hat und alles vergessen, was man jemals wusste. Fußnoten sind wegradiert und Buchstaben werden ausgetauscht.
Es ergibt unreines Chaos und ineinander verstrickte Wollefäden aus fusseligem Grau. Alle Farben und alle Freundschaft wird ausgesaugt, landen im Beutel des großen Zweifels und richten sich´s dort schick ein. Der letzte Schluck des Großenganzen rettet nicht vor dem Verdursten, sondern ertränkt nur die letzten Bilder vom Verständnis.
Irgendwann, und zwar immer im Jetzt und Hier, denkt keiner mehr ans an den anderen Denken. Da ist jeder selbst im falschen Spiegel.

Fenster schließen, neuer Tab, Fenster schließen, neuer Tab, Fenster schließen...
Kippe aus, neue an, Kippe aus, neue an...
Selbstachtung besitzen, würdelos versagen, Selbstachtung besitzen, würdelos versagen, Selbsachtung besitzen...
Der Endlosreigen im scheinbaren Selbstbestimmen. Und wann warst du das letzte Mal ehrlich?
Der Wahrheitenwalzer und der Zustimmendewortetango von gestern oder heute Morgen, die zählen nicht, nie tun sie das.

::Gefickt, „Gefällt mir“ gedrückt, geschlafen oder nicht, Gezeiten überlebt, Gras verraucht, gut gewesen sein wollen.

Mancher Sturm kündigt sich nicht an, Teppichböden halten nicht mehr auf dem alten Putz. Die Seifenblasen platzen nicht mehr an Spitzfindigkeit sondern am dumpfen Fallenlassen.

Einer saß gestern das erste Mal in diesem Afterhourclub, saß so rum und fand´s ziemlich komisch, nich schräg oder strange, nein, komisch. Die Vier hier saßen ne Stunde in klirrender Kälte an ner Straßenbahnhaltestelle, die ausschließlich von ner falschen Linie befahren wurde, die zwei Anderen haben sich schnell und irgendwie gefunden, die hier ist schon längst ausgestiegen, über den Anderen wird hinter seinem Rücken geredet, aber er gehört so gern dazu, da ist ihm das egal oder er hat mit sich ausgemacht, dass er es gar nicht hört, Mancher bildet sich gern mehr ein als überhaupt sein witzloser Charme zu tragen scheint, Eine, die sieht gut aus und ist gleichzeitig noch viel zu jung um zu begreifen, das es auf´s Begriffenhaben ankommt, wieder Andere ergriffen Flucht, ob sie immer noch rennen oder sich nun durch Verfolgungsmarathonläufe kämpfen, weiß keiner. Die Ringelreihentänzer sehen am glücklichsten aus, doch wann der Drehwurm kommt wagt man schon zu verwetten. Bodenständig, viel zu schön, homosexuell, ziemlich schlecht gekleidet, immer braun gebrannt, wie seid ihr?
Egal wo, egal wann und egal warum, das Leben bleibt wie es ist und was es ist, am Ende kauert jeder in seinem Loch. Hast du es erhobenen Hauptes dorthin geschafft oder bist du gekrochen um doch noch Schutz zu suchen? Wenn wir das beantworten könnten, fehlen uns schon Stimme und Pochen in den Adern, der Augenaufschlag und die Fähigkeit Tee zu kochen für´s Antwortspielen.

Teilen, teilen, teilen, jedem das Seine, mir das von Ihr, auch das schicke von Ihm, Lob ansammeln und ins Inventar verschieben, fremde Blumen eigenhändig pflücken und verhängen.
Tippen, tippen, tippen, mir ein paar Floskeln zur Beruhigung, denen ein bisschen Respekt, ganz schnell verflogen, und dir noch blasphemisch die Liebe eines Lebens auf deine Pinnwand gekotzt.
Posten und immer wieder posten, um zu beweisen, zu erschaffen, zu erfinden, dich und
gleichermaßen mich mal zu beeindrucken.

„Wer geachtet sein will von denen, die er verachtet, wer den Mut aufbringt, der ist krank.“

Hängenbleiben an Textpassagen, Hängenbleiben am künstlichen Prahlhans, gewickelt in Geschenkpapier aus Ideologienfarbe mit Individualitätsschleifchen. Hängenbleiben auf Traumkino, dass für Wirklichkeitsbilder gehalten wird, Hängenbleiben an der Liebe zu sich selbst, die man aus den tiefsten Tiefen herauskramt aber in den vielen Nächten wieder verliert.
Der Spieler mit der höchsten Zahl beginnt.

Habt ihr sie noch alle oder treibt ihr in den stillen Wahnsinn hinein?

Und wir...

Da steht Japan kurz vor der Kernschmelze und wir heulen uns die Augen aus zu deutschen Pop-Liedermachern, winseln vor gebrochenem Herzen, ohne zu wissen, wie sich das anfühlt, platzen gedanklich in das Leben eines jeden, der irgendetwas anders macht und nehmen allen Wert, haben Angst vor der Zukunft und legen uns Bausparer an, halten uns für etwas Besseres, weil viele Leute unseren Namen kennen, haben eine große Liebe und fühlen uns sicher dabei, dieses Wort zwischen die anderen in unsere Erlebtablage legen zu können, haben ganz bestimmte Vorstellungen von teuren Küchen die nicht aus dem Katalog stammen sollen, kaufen neue Dinge und schmeißen die Alten weg, geben Antworten ohne die Frage zu kennen und stellen Fragen, ohne die Antwort wissen zu wollen, finden Klamotte wichtiger als Person, können uns Namen zu Gesichtern nicht merken, wissen oft selbst nicht was wir sagen, halten es aber für sehr wichtig, behaupten ehrlich zu sein und vertragen die Wahrheit nicht, betrauern die Vergänglichkeit aber halten nichts bis zum Schluß, setzen den Namen des Expartners als Passwort und vergessen es dann, stellen unser Gegenüber bloß und merken es nicht, warten und warten und warten ohne zu wissen worauf, sind genervt von unseren Nachbarn aber sind meist genauso laut.

Es soll ja alles so einfach sein, aber ich habe die Prioritätenliste verloren und baue eine Arche, für jede Art von Schmerz und Negativ einen Platz, nach mir die Sintflut.


Menschsein ist weder oben noch unten noch rechts noch links, vielleicht ein Wirbel aus Ende und Anfang, in sich endlos. Wir könnten so lange warten und dann nachsehen, was so übrig blieb.

Wenn sich die Discokugel am Kirschbaum dreht.

Die Sonne prallt vom Himmel und heizt an, der Bass wummert im Takt unserer Herzen, unsere Herzen schlagen im Rhythmus des Beats. Alles ist in Ordnung in unseren Welten die wir uns geschaffen haben in diesem Moment. Die

sich berühren u die wir noch ein paar Stunden halten werden. Seifenblasen voll Gefühl und Vertrauen. Worte der Sehnsucht und der Wahrheit. Wahrheit und Wahn. Auf diesem Sofa findet alles seinen Platz. Streicheleinheiten und Fremde. Gläserklirren und Kippe schnorren. Wumernder Bass auf „Guten Morgen Sonnenschein“. Die Schönheit der Dinge: Sattes Grün vor dem Himmelblau, Schweißperle auf blasser Haut. Es trieft vor Kitsch und riecht auch nur im Rausch nach Zuckerwatte. Das ist Floskel, das ist „den Moment leben“. Dein Leben zu Augenblicken schmelzen zu lassen.

Das Schöne ist doch, dass man es nicht beschreiben kann. Und auch nicht muss. Und eigentlich nicht darf, das sonst die Magie gestohlen wird.

Das innere Monster.

Gib 8 sonst frisst es Dich auf,
und nimmst du dies in Kauf,
bist du verloren für immer
im unendlich dunklen Zimmer
der Ungewissheit,
die Dich niemals befreit!

"Du kannst wenn du willst mit den Teufeln tanzen, doch dann: glaub auch dran!" Chapeau Claque